Archiv für den Monat: Februar 2015

Wortfindungsprobleme

Ich sage ihr, schüchtern, ohne sie anzublicken:

Ich liebe Dich.“

Und höre ihre Antwort nicht.

Vielleicht wäre es einfacher,

vielleicht meine ich sogar

nur: „Hey, willst Du nicht mal mit mir ficken?“

Grenzenlos

Sie lächelt heute so süß. Das freut mich, doch zugleich die immergleiche Vorsicht: Hat sie heute

einfach einen guten Tag, womöglich eines anderen wegen? Ist es bloße Sympathie oder gar jenes

berühmte „mehr“, das sie treibt? Oder hofft sie am Ende gar durch meine Freundschaft dereinst ein

besseres Fortkommen in der Welt? Steckt dahinter gar ein unlösbarer Komplex, den ich zu

kompensieren berufen bin? Und wie könnte ich sie je darauf ansprechen? Leben und erst recht:

lieben ist schwer bis unmöglich in Zeiten grenzenloser Grenzenslosigkeit der Möglichkeiten.

Lage der Liebe heute

Das Begehren so groß, die Welt so klein. Doch

Liebe verleiht Flügel: alternde Männer fließen nach Thailand,

Frauen, man will sich ja nicht in die Quere komme, ans andere Ende der Welt, und

die Kontaktanzeigenmärkte boomen, es bietet sich für die,

die offen genug sind zahllose Gelegenheit auf Zeit. Und

ich … Du? Mir scheint’s, als müsste man asketisch sein.

Mit Blumen gesagt

Befolgte ich den alten Rat, würd ich Dir,

frisch verliebt, Bilsenkraut schenken, gefolgt

von einem Strauß aus Lorbeerrosen, Misteln

und am nächsten Tag gelben Klee hinterher. Du

kontertest mit einem Preiselbeerzweig und erhieltst

darauf prompt ein Gesteck aus Tränenherzen.