Archiv für den Monat: August 2015

Imperare!

Mach mich fertig, bis ich nicht mehr kann,

und wenn ich heulend vor dir liege,

und mich wehre, flehe, sage dann

mit einem kalten Lächeln: „Da musst Du jetzt durch.“

Mach weiter, bitte. Mach es nicht.

Du weißt es ja, ich weiß es nicht.

Schwarz

Schwarz ist die Farbe ihrer Haare,

schwarz ihr viel zu kurzes Kleid,

schwarz der Glanz der schwarzen Stiefel,

über die Beine schwarze Strümpfe gestreift.

Schwarz ist ihre Seele, die durch schwarze Pupillen scheint

– mein Liebling, die Welt ist schwarz für mich.

Das Messer

Kalter Stahl funkelt. Ich traue ihren Augen nicht. Bald

wird mein Blut den Boden, die Klinge und ihre Hände beschmutzen. Sie

trägt Plastikhandschuhe, das ist gut. Ich hab’s gewählt – sie

hat mich trotzdem fesseln müssen. Jetzt berüht eine der Hände

mit so zarten Fingern das Ziel. Ich flüstere, mir ist kalt,

ich traue meinen Worten nicht: „Bitte, bringe es zu Ende.“

07 - Traue ihren Augen nicht (Das Messer)

Tiefe Tiefe

Mich schwindelt‘s, wenn ich an die Jahrtausende denke

und die hunderte, tausende vor mir. Das Stöhnen von

Milliarden, das Leid, die Lust, billionenfach.

Und das hat gerade noch gefehlt – jetzt komme ich daher.

Und gab‘s je Neues? Nein, ich schreib nicht für die Ewigkeit,

auch wenn ich weiß, dass jede Lust sie will.