Archiv für den Monat: September 2015

Ihr Duft

In der U-Bahn sitzend bemerk ich, dass

sich ihr Geruch in meinem Hemd verfangen hat.

Es ist seltsam, schon Wochen her.

Bild ich es mir ein?

Es ist, als säß sie neben mir

– dort nur der Rucksack, ich wollt weinen.

Nach dem Ende

Und wenn der nächste Sturm im Wasserglas

die geriffelten Ränder tosend überspült

– werde ich mich dann nicht sehnen nach dem warmen Schoß?

Woher die Kraft zum Schwimmen ohne Dich?

Doch zum mit Dir Schwimmen fehlt mir auch die Kraft

– und Dir ja auch. Aporie bleibt, noch.

An den Vogel

Vogel, flieg nicht weg von mir,

Vogel, bleib doch kurz bei mir

– hast Du etwa Angst vor mir?

Vogel, Du fliegst so eilig in die Höhe,

dich nicht halten können selbst meine Riesenhände

– ich wink Dir nach, mein liebstes Tier.

Werde, der Du nicht bist

Ich will groß sein, ich will stark sein,

ich will nett sein, ehrlich und respektvoll,

selbstbewusst und nur nicht schüchtern,

Dich nicht zu wenig lieben und, keine Angst,

auch nicht zu sehr. Und eifersüchtig sein auf jeden Fall nicht.

Will ich dann noch als der geliebt werden, der ich dann sein werde?

Veto

Es gibt so viele himmlisch schöne Worte, die man

Menschen, die einen mögen, sagen kann.

Eigentlich sind alle schön im richtigen Zusammenklang,

sie ändern sich je nach Zusammenhang.

Nur dieses eine nicht und Du, welch höllische Pein,

wählst aus allen der Worte Satan: „Nein.“