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Lage der Liebe heute

Das Begehren so groß, die Welt so klein. Doch

Liebe verleiht Flügel: alternde Männer fließen nach Thailand,

Frauen, man will sich ja nicht in die Quere komme, ans andere Ende der Welt, und

die Kontaktanzeigenmärkte boomen, es bietet sich für die,

die offen genug sind zahllose Gelegenheit auf Zeit. Und

ich … Du? Mir scheint’s, als müsste man asketisch sein.

Hinter dem Schleier

In der Tram zwei Augen mustern mich

wie flüchtig, ein Blick trifft sekundenlang meine,

tiefbraun sind sie, sehr schön, will ihn erwidern

– doch Du verlierst den Mut und schließt sie wieder.

Was hast Du? Die langen Wimpern machen sich so gut

in ihrem kecken Schwung zu den tiefblauen Lidern.

Askese

Wie steht es mit dem Sex?

Ein kurzes Aufglühn, man

fühlt sich, danach ein schaler Morgen.

Ein guter Freund fehlt mehr in manchen Stunden,

ein gutes Wort, ein Stück Vertrauen … und

doch, und doch … fehlt etwas im Morgengrauen.

Lied der einsamen Männer

Der Männer Welt ist hart und die Bäuche

der Frauen sind weich, es scheint diese Schläuche

könnten verschlucken und heil’n diese Seuche

ohne je selbst verstopft und krank zu sein?

Wie soll das nur jemals vor sich gehen?

Als ob es Frauen für die Frauen bräuchte.

Angebot reichlich

Notgeile Nonnen, Frauen mit Schwänzen, die devote Knaben penetrieren,

zu dritt, zu viert, zu fünft, zu sechst, zu siebt – irgendwann heißt’s „Gangbang“,

dann Orgie, schließlich Anderswelt – irgendwo in Tschechien sitzt Du, oder der Ukraine,

vergnügst dich mit all den Riesenpimmeln schamlos, wild und frech.

Doch wieso in die Ferne schweifen? Es gibt ja anscheinend genug versaute

Hausfrauen in naher Nachbarschaft. Nur leider kenn ich keine.