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Nach dem Ende 2

Das Lächeln, das Weinen, das Lachen, das Leiden,

die Lust, die Brust, das Knie, der Bauch,

die Augen, der Mund, die Stirn, der Hauch,

die Kränkung, der Trost, das Vergessen,

das Erinnern süß, bitter, zart, deftig, herb

– Verlieben ist einfach, Entlieben so schwer.

Das Messer

Kalter Stahl funkelt. Ich traue ihren Augen nicht. Bald

wird mein Blut den Boden, die Klinge und ihre Hände beschmutzen. Sie

trägt Plastikhandschuhe, das ist gut. Ich hab’s gewählt – sie

hat mich trotzdem fesseln müssen. Jetzt berüht eine der Hände

mit so zarten Fingern das Ziel. Ich flüstere, mir ist kalt,

ich traue meinen Worten nicht: „Bitte, bringe es zu Ende.“

07 - Traue ihren Augen nicht (Das Messer)

Hinter dem Schleier

In der Tram zwei Augen mustern mich

wie flüchtig, ein Blick trifft sekundenlang meine,

tiefbraun sind sie, sehr schön, will ihn erwidern

– doch Du verlierst den Mut und schließt sie wieder.

Was hast Du? Die langen Wimpern machen sich so gut

in ihrem kecken Schwung zu den tiefblauen Lidern.

Schlaflied

Müde bin ich, komm nicht zur Ruh,

drum mach ich meine Äuglein zu,

meine Hände bewegen sich gen Unterleib

– leis bloß, es soll ja niemand störn.

Rasch – an was ich denk, ich weiß es kaum

– ich komm, weiße Flecken zieren meines Lakens Saum.