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Sechs Dithyramben – III

Wer sagt, dass Haar Gold nicht ist?

Küsst jene etwas, dann nach Rapsöl riecht’s

und gleich dem ersten Anstoß wird’s grün.

Süß wärmte einst, Serenad’, anstößig sie mich

und schwärzer als das All thront im glühenden Nebel

der krähende Klang, goldig grüßend den Tag.

Geilheit

Geilheit lässt mich nicht schlafen.

Geilheit durchfährt meine Glieder bis ins letzte Haar.

Aus Geilheit singen die Amseln und Spatzen

es von allen Dächern: „Wo bist Du, die meine Geilheit

enden könnte?“ Könntest Du immer bei mir sein.

Aus Geilheit dichte ich gleich der Krähen Gekreisch.

Vögel

Wenn ich am Tag gedankenversunken, das Licht fliehend Schatten jag im Wald,

und wenn, nach durchdachter Nacht, Auroras lieblicher Atem kühlend durchs Fenster ins Zimmer haucht,

spüre ich Sehnsucht, die zwickt und juckt meine Haut, und lausch

gierig dem Gesang der Vögel, leis von Flugzeugen und den ersten Autos umrauscht.

Aus Sehnsucht angestimmt, kommt er ohne Bedeutunge aus. Ob der Sänger die Braut

findet – wen kümmert’s? Er ist so schön und rein. Meine Versen gleichen der Krähen Gekreisch.