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Sechs Dithyramben – VI

Sommerbluse (Dithyrhamben VI)

Liebe ich, ich kann kaum Dich grüßen mehr,

ich weiß kein Wort – bist Du’s, teuflisch

engelhaft, armlos im Blusenhemd, ein Kleid aus

Siebdruck, scheu lindernd den Schmerz, dem Anschein

nach – doch nie fühlte ich besseres Heim,

Dank auch – wie Du schwelgtest bleib.

Sechs Dithyramben – I

Nenne das Ölbild, Fried’gruße,

sähe dann das Wort in Dünensenken am Hang.

Oh, Lieb’ und Wärme, das aßt dort im Dunkel.

Wehe dem Zartlös, Schwindsucht, und

nenne das Arschloch nicht Hummel!

Herz, nenn’ warnlos ich Dich – Du.

ebeiL

Die Erde tanzt eine ewige Elipse um die Sonne

während sie sich um die eigne Achse dreht, mal

zugeneigt dem hellen Glanz, mal fern

– was wäre die Tänzerin ohne den Stern,

zu dem sie bewundernd und schüchtern blickt?

Ich will dich lieben wie der Mond die Erde liebt.

Wortfindungsprobleme

Ich sage ihr, schüchtern, ohne sie anzublicken:

Ich liebe Dich.“

Und höre ihre Antwort nicht.

Vielleicht wäre es einfacher,

vielleicht meine ich sogar

nur: „Hey, willst Du nicht mal mit mir ficken?“

Den Klassikern

Liebe, Leid, Schönheit, Wahrheit, Treue … sind das nicht viel zu hohe Socken?

Ich lese Nietzsche, plötzlich wird nicht eins zu zwei, sondern es vibriert:

Eine nette SMS, die mich freut, ohne mich tief zu berühren. Ist das geblieben

von der Revolte des Fragments? In welchen Zeiten lebe ich?

Ich fühl mich manchmal wirklich wie der letzte Mensch – einsam

im Gespräch mit großen Toten, über Buntes redend, doch alles ist nur Grau. Wie Friedrich einst?