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Schlaraffenland

Nach einiger Mühe haben wir uns durch den Breiberg gefressen.

Dort, wo Schmalz und Sirup fließt, suhlen wir wild in Milchseen und Butterbergen – oh, Du bist

mir eine feine Melkkuh, Deine triefenden Euter bäumeln wild mir entgegen, rollig nach Leerung.

Und ein ganz ansehnliches Mastvieh bin auch ich. Wie schön scheinen unsere Wänste im Glanze

des edlen Fettes. Die Münder gestopft mit süßem Gebäck – lass uns die Gaumen kitzeln,

dann können wir gleich noch mehr fressen.

Sechs Dithyramben – IV

Öder Aorist, süßer Zerfall,

nährt das Korn nicht übrigens den Hecht am Teich?

Eis lockt die Bienenvölker herein,

aus List wie küssende Nashornzylinder.

Heller als sonst sing’ ich im Perlennest.

Höher als sonst üb’ ich in Eschen.

Nebenan

Wie süß ist dieses Kichern nebenan,

ich schaue auf die weiße Wand und

wüsst so gern, welche Bewegungen der Hand

sie dazu wohl verleitet hat auch mir,

den sie kaum kennt – und ich sie nicht,

einen Gruß ihrer Blumenliebe zu versenden.

Grenzenlos

Sie lächelt heute so süß. Das freut mich, doch zugleich die immergleiche Vorsicht: Hat sie heute

einfach einen guten Tag, womöglich eines anderen wegen? Ist es bloße Sympathie oder gar jenes

berühmte „mehr“, das sie treibt? Oder hofft sie am Ende gar durch meine Freundschaft dereinst ein

besseres Fortkommen in der Welt? Steckt dahinter gar ein unlösbarer Komplex, den ich zu

kompensieren berufen bin? Und wie könnte ich sie je darauf ansprechen? Leben und erst recht:

lieben ist schwer bis unmöglich in Zeiten grenzenloser Grenzenslosigkeit der Möglichkeiten.